Website & Buchungsportale: Welche Kombination ist sinnvoll?

Sie lesen Teil 2 von 3 der Reihe „Mehr Erfolg mit der eigenen Ferienhaus-Website“ Am Ende des dritten Teils erhalten Sie eine kompakte Gesamt-Checkliste mit allen Empfehlungen und Maßnahmen aus der Reihe.

Die Menge an Plattformen, auf denen man sein Feriendomizil platzieren kann, ist erschlagend. Buchungsportale, Anzeigeportale, regionale Tourismusportale erfüllen zum Teil ganz unterschiedliche Zwecke und arbeiten zu unterschiedlichen Konditionen.
Ich bringe in diesem Beitrag etwas Licht ins Dunkel. Welche Arten von Plattformen gibt es, was kosten sie, welche Vor- und Nachteile hat es, dort zu inserieren? Wir schauen uns gemeinsam einen Teil der Portale an und in meinem Vertriebsmix-Planer können Sie selbst verschiedene Kombinationen für Ihre Platzierung ausprobieren. Welche Kombination – die eigene Website mitgedacht – macht für Sie am meisten Sinn?

Portale & Plattformen

Die großen Direktbuchungsportale

Auf Direktbuchungsportalen sind Ferienunterkünfte in der Regel sofort und direkt buchbar: Urlauber suchen, vergleichen, geben ihre Reisedaten ein und schließen die Buchung direkt innerhalb der Plattform ab. Auch die Zahlungsabwicklung kann über die Dienste des Portals erfolgen – für Urlauber komfortabel und für Vermieter praktisch.
Ein großer Vorteil der bekannten Direktbuchungsportale ist ihre enorme Reichweite: Booking.com, Airbnb und FeWo-direkt (alle drei sind auch im Vertriebsmix-Planer enthalten) werden von vielen Urlaubern gezielt angesteuert und sind in Suchmaschinen sehr präsent. Die großen Anbieter investieren viel in Marketing, um noch mehr Reisende auf ihre Plattformen zu holen.
Im Gegenzug zahlt man als Vermieter auf jede Buchung eine Provision, teilweise auch weitere Gebühren. Je nach Portal werden 12 bis teilweise über 20 Prozent fällig. Viele Vermieter schlagen die Provision im Voraus auf den Übernachtungspreis drauf. Das gibt ihnen die Möglichkeit, auf ihrer eigenen Website entsprechend günstiger zu sein.

Gut zu wissen: Preisbewusste Urlauber nutzen die Portale als Suchmaschine und suchen anschließend nach der privaten Website des Vermieters – weil sie hoffen dort zu einem günstigeren Preis zu buchen. Mehr dazu in Teil 1 der Reihe.

In aller Kürze: Direktbuchungsportale

Kostenfaktor: Provision (+ ggf. Servicegebühr) um die ca. 12-20+ Prozent pro Buchung
Vorteile: Große Reichweite, hoher Buchungskomfort, häufig Zahlungsabwicklung inklusive
Nachteile: Hohe Vertriebskosten durch Provision, starke Konkurrenz auf großen Plattformen

Anzeigeportale: Jahresfestbeitrag statt Provision

Als Vermieter zahlt man für die Listung in einem Anzeigeportal eine Jahresgebühr – bei Ferienhausmiete.de zum Beispiel 149 Euro pro Inserat.
Der Urlauber bucht die inserierte Unterkunft dort nicht direkt, sondern fragt i.d.R. über ein Kontaktformular unverbindlich beim Vermieter an. Gäste müssen also auf die Antwort des Vermieters warten, der ihre Buchung aktiv manuell bestätigt. Um zu vermeiden, dass Interessierte in dieser Zeit abspringen (weil sie ggf. ein anderes Domizil ausgemacht haben, das ihnen besser gefällt), sollten Buchungsanfragen schnellstmöglich und unkompliziert beantwortet werden.
Der größte Vorteil der Anzeigeportale: Im Gegensatz zu Direktbuchungsportalen fällt in der Regel keine Buchungsprovision an, sodass sich die Kosten in einem überschaubaren und kalkulierbaren Rahmen halten.
Auch Anzeigeportale sorgen durch eigene Marketingmaßnahmen für Reichweite, sind aber nicht ganz so besucherstark wie beispielsweise Booking.com. Mit Traum-Ferienwohnungen und Ferienhausmiete.de sind zwei der wichtigsten Anfrageportale im Vertriebsmix-Planer vertreten.

In aller Kürze: Anzeigeportale

Kostenfaktor: Feste Jahres- oder Inseratsgebühr in häufig niedriger dreistelliger Höhe
Vorteile: Kalkulierbare + verhältnismäßig geringe Kosten, direkter Gästekontakt, keine Provision pro Buchung
Nachteile: Buchung „Auf Anfrage“ und nicht direkt abschließbar, mehr manueller Aufwand für Gast und Vermieter

Nischen- und Tourismusportale

Neben den großen Buchungs- und Anzeigeportalen können auch Plattformen mit regionalem oder thematischem Schwerpunkt für den Vertriebsmix interessant sein. Über Tourismusportale wenden Sie sich beispielsweise gezielt an Urlauber, die bereits eine bestimmte Region im Blick haben. Tourismusportale sind häufig ebenfalls Direktbuchungskanäle und Sie als Vermieter zahlen Provision auf jede Buchung (die aber oft geringer ist als bei den großen Anbietern). 


Nischenportale konzentrieren sich dagegen auf bestimmte Zielgruppen oder Urlaubsarten – etwa Urlaub mit Hund, Familienurlaub oder besondere Unterkunftsarten.

Nischen- und Tourismusportale erreichen weniger Menschen als die großen Plattformen, ziehen dafür gezielt Urlauber mit bestimmten Interessen an und können so eine sinnvolle Ergänzung für den eigenen Vertriebsmix darstellen.

In aller Kürze: Nischen- und Tourismusportale

Zweck: Zusätzliche Reichweite in einer bestimmten Region oder Zielgruppe
Kostenfaktor: Unterschiedlich – Je nach Anbieter Jahresgebühr, Provision oder anderes Modell
Vorteile: Spitzere Zielgruppe, gezielte Sichtbarkeit bei Urlaubern mit best. Interesse, weniger Konkurrenz, sinnvolle Ergänzung zu großen Portalen
Nachteile: Geringere Gesamtreichweite

All-In-One-Lösung

Daneben gibt es Anbieter wie Holidu, die mehrere Vertriebswege bündeln: Sie verwalten Ihre Unterkunft zentral über die Plattform und Holidu spielt Ihr FeWo-Inserat gleich auf zahlreichen Plattformen aus – die wichtigsten großen Plattformen wie Booking.com sind hier inkudiert. Auch bietet Holidu die Möglichkeit eine eigene Website zu erstellen. Wer sich für den Allrounder entscheidet, erhält ein (Fast-)Rundumsorglospaket, das insbesondere für den Einstieg sehr komfortabel ist. Der Haken sind zum einen die Kosten: Über die Holidu-Website werden 6% Provision fällig, auf den Portalen zahlt man die 6% zusätzlich zur Portalprovision. Zweiter Nachteil ist die Abhängigkeit von der Plattform: Alle Profile, Inserate und die Website liegen bei Holidu. Wenn Sie kündigen, kann es sein, dass Ihre bisherigen Inserate und Bewertungen verloren gehen.

Der richtige Mix

Welche Rolle die eigene Website in Ihrem Vertriebsmix spielt

Die eigene Website ist Ihre Visitenkarte im Internet. Sie läuft auf Ihrer Domain, ist nach Ihren Wünschen gestaltet und trägt Ihre Unterschrift. Nutzer, die gezielt im Web nach Ihrem Ferienhausnamen suchen, werden auf Ihrer Website fündig. Wichtig ist, dass Sie sichtbar sind und gefunden werden können. Sollten Sie mal entscheiden, Ihren Vertriebsmix zu verändern, die Portale zu wechseln, bleibt Ihre Website als Fels in der Brandung stehen und Sie sind, insbesondere auch für Wiederholungsbucher, weiterhin auffindbar.

Auf die Kombination kommt es an

Auf welchen Portalen Sie Ihre Ferienwohnungen inserieren, liegt ganz bei Ihnen. Sie sollten nicht wahllos auf möglichst vielen Portalen inserieren. Die unterschiedlichen Kanäle erfüllen unterschiedliche Aufgaben und zahlen auf unterschiedliche Ziele ein: Die großen Buchungsportale schaffen in erster Linie Sichtbarkeit, die Sie mit einer eigenen Website nicht erreichen können. Ihre Website hingegen ist Ihr Aushängeschuld und der Ort, an dem Wiederholungsbucher und Sparfüchse Sie finden und zu besten Konditionen buchen. Die Portale sind dabei zwar die größte Konkurrenz für die eigene Website, lgeichzeitig aber der größte Hebel, um die eigene Website überhaupt erst bekannt zu machen. 

Vertriebsmix planen und vergleichen

Mit dem Vertriebsmix-Planer können Sie verschiedene Kombinationen durchkalkulieren: Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Welches Ziel erfüllt Ihr angestrebter Vertriebsmix?
Der Planer enthält neben einer Auswahl relevanter Portale für die FeWo-Vermietung auch die eigene Website, die miteinander kombiniert werden können. 
Der Planer beantwortet nicht nur die Frage „Was kostet mich mein Vertrieb?“, sondern auch „Was bewirkt die von mir gewählte Kombination?“. 

Vertriebsmixplaner: So geht’s

Erwartete Gastzahlungen eintragen.
Gewünschte Vertriebskanäle auswählen.
Anteile bzw. Kombinationen verändern.
Kosten und Bewertung des Vertriebsmixes vergleichen.

Austesten & überwachen

Portale können recht einfach hinzu- und auch wieder abgeschaltet werden. Testen Sie aus, was für Sie am besten funktioniert. Mein Vertriebsmix-Planer kann Ihnen eine erste Orientierung mitgeben. Große Portale dürfen übrigens ruhig einen wichtigen Anteil an Ihrem Vertriebsmix übernehmen. Schließlich helfen sie dank ihrer Reichweite i.d.R. mehr als alles andere dabei, Sie Ihrer Zielgruppe bekannt zu machen.
Ihre eigene Website, einmal aufgesetzt, steht in ihrem Mix als feste Größe und Ihre Visitenkarte im Netz. Über diese URL und Ihren einzigartigen Objektnamen (mehr dazu in Beitrag 1 der Reihe) sind Sie immer auffindbar und sie bewahrt Ihnen eine gewisse Unabhängigkeit von den Portalen. Ein guter Vertriebsmix nutzt deshalb beides – die Reichweite der Portale und die Unabhängigkeit der eigenen Website. Beobachten Sie wie sich die Buchungen auf den einzelnen Kanälen entwickeln, am besten halten Sie das Ganze in einer Tabelle fest. Stellen Sie den Einnahmen dabei auch immer die Ausgaben gegenüber. So haben Sie Ihre Zahlen und Entwicklungen im Blick und können danach Entscheidungen treffen.

Im nächsten Teil der Reihe geht es darum, wie Sie Ihre eigene Website als Kanal über Wiederholungsbucher, Empfehlungen, Bewertungen und zusätzliche Reichweite über Google weiter stärken.

Ich helfe Ihnen Ihre FeWo oder Ferienhaus ins richtige Licht zu rücken. Sie erreichen mich über antje@ihre-ferienhauswebsite.de, telefonisch via 01511 589 55 40 oder über das Kontaktformular.

Sie lasen Teil 2 von 3 der Reihe „Mehr Erfolg mit der eigenen Ferienhaus-Website“ Am Ende des dritten Teils erhalten Sie eine kompakte Gesamt-Checkliste mit allen Empfehlungen und Maßnahmen aus der Reihe.

Alle Beiträge aus der Reihe
Teil 1: Erste Schritte: Mehr Besucher für Ihre Ferienhaus-Website
Teil 2: Website & Buchungsportale: Welche Kombination ist sinnvoll?
Teil 3: So bauen Sie Ihre Website als Direktbuchungskanal weiter aus